Namibias Küste mal anders – Abenteuer Vögel zählen

Manchmal ist es nicht ganz einfach, die Anzahl der Flamigos festzustellen. Foto: Wilfried Trümper

Namibias Küste mal anders – Abenteuer Vögel zählen

12 November 2018 | Tourism

Barbara Wayrauch

Was kaum einer weiß: hunderttausende Seevögel tummeln sich an der namibischen Küste. Besonders viele sind es in und um die Buchten von Walvis Bay und Sandwich Hafen. Walvis Bay liegt an einer 10 km² großen geschützten Bucht. Das Wasser hier ist an vielen Stellen sehr seicht, meist ruhig und voller Fische.
Hier hat der Mensch zusätzlichen Lebensraum für die Vögel geschaffen. Um Salz zu gewinnen wurden 4500 Hektar sandiges Küstenland in viele Becken unterteilt. Im Laufe eines Jahres werden mehr als 50 Millionen Liter Meerwasser, also etwa eine halbe Million Badewannen, in diese Becken gepumpt. Die tropische Sonne und der Wind lassen das Wasser nach und nach aus den Becken verdunsten. Übrig bleibt das Salz.
Im seichten, ruhigen Wasser der Becken leben Muscheln, Krebse, Schnecken, Fische, Würmer, Algen und vieles mehr. Und das lockt die Seevögel an: zigtausende Rosaflamingos und die kleineren Zwergflamingos, Seeschwalben, Pelikane, Säbelschnäbler, Krickenten, Strandläufer und viele mehr.
So viele sind es, dass Walvis Bay und Sandwich Hafen zu Ramsar-Gebieten erklärt wurden und damit als besonders wichtige Feuchtgebiete geschützt sind. Das Abkommen über Feuchtgebiete ist von internationaler Bedeutung und zeichnet sich dadurch aus, dass es der erste Vertrag dieser Art zwischen Nationen ist, der auf den Schutz natürlicher Ressourcen abzielt. Die Unterzeichnung der Konvention über Feuchtgebiete fand 1971 in der iranischen Kleinstadt Ramsar statt und ist seitdem als die Ramsar-Konvention bekannt.
Zweimal im Jahr - im Februar und August - organisiert der „Coastal and Environmental Trust of Namibia“ eine Vogelzählung. Vogelkundler und -freunde aus ganz Namibia treffen sich dann und teilen sich in kleine Gruppen auf, um in den vorgegeben Gebieten alles zu zählen was Federn trägt und dies auf Formularen festzuhalten.
Das Gebiet, in dem gezählt wird, liegt an einem großen Salzbecken auf einer Landzunge in Richtung Sandwich Hafen. Um dort hinzugelangen muss auf Pfaden, die sonst für die Öffentlichkeit gesperrt sind, zwischen den Becken hindurch gefahren werden.
An der Anzahl der Vögel lässt sich sofort erkennen, ob in und um die Lagune von Walvis Bay etwas nicht stimmt. Die Vögel sind eine Art Barometer. Sie reagieren sofort und bleiben weg oder werden durch Todesfälle weniger, wenn
die Lagune verschmutzt ist
die Lagune versandet (das Futterangebot nimmt ab) – das ist das größte Problem
die Vögel zu viel von Besuchern, tief fliegenden Flugzeugen, Anglern und weiteren Wirtschaftsaktivitäten gestört werden. Die Zugvögel müssen sich für ihren 5 000 km langen Flug Fettreserven anfressen. Wenn sie zu oft gestört werden, ist das nicht möglich.
Die Lagune von Walvis Bay wird manchmal als weltweit bester Ort anerkannt, an dem man Flamingos in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten kann.
Es gibt aber noch viele andere Arten Vögel. Im Frühjahr und Sommer wurden hier schon bis zu 250 000 Vögel gezählt. Etwa 90% davon sind Zugvögel aus Europa und Asien. Im Herbst und Winter sind es „nur“ noch etwa 100 000 Vögel, bestehend aus 40 bis 50 Arten.
Indessen halten sich bis zu 50 000 Zwergflamingos und Rosaflamingos in dem Gebiet der Lagune auf. Im Jahre 2017 waren plötzlich die meisten Vögel verschwunden. Was war passiert? Guter Regen hatte die riesigen Salzpfannen in Botswana mit Wasser gefüllt. Die Flamingos begaben sich zum Brüten auf den Weg dorthin. Zwar wird in Walvis Bay nicht gebrütet, dafür aber im Etoscha Nationalpark, wenn es dort ausreichend geregnet hat und sich die riesigen Salzpfannen mit Wasser gefüllt haben. Das ist allerdings seit dem Jahre 2011 nicht mehr vorgekommen.
Inzwischen sind viele Rosaflamingos aus Botswana zurückgekehrt und wurden am Anfang des Jahres 2018 mit einer Zahl von 43 001 die meisten Flamingos seit drei Jahren gezählt. Die Zwergflamingos bleiben weiterhin fern und machten nur die Zahl von 6 036 aus. Indessen berichten Vogelzähler aus Botswana, dass in der dortigen Sua-Pfanne weiterhin hunderttausende Flamingos gesichtet werden. Irgendwann kehren sicherlich viele davon wieder zurück zur Walvis Bay-Lagune.
Zu den weiteren Vögel, die diesmal an der Lagune von Walvis Bay gezählt wurden, gehören die ca. 11 500 Fahlregenpfeifer, die zur selben Zeit dort gesichtet wurden und somit etwa 96% des weltweiten Bestands ausmachen. Bei der Zählung Anfang 2018 wurden nur wenige, bzw. 7 853 Sichelstrandläufer gezählt, dafür aber viele Säbelschnäbler - 6 647 verglichen mit den 615 im Vorjahr.

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